Pflanzenschutz im Biologisch-Dynamischen Obstbau

Der Pflanzenschutz im biologisch-dynamischen Obstbau ist ein Thema von besonderer Tragweite. Da konventionelle Mittel nicht zur Verfügung stehen, ist die Auseinandersetzung des Obstbauern mit Schadereignissen eine nahezu tägliche Herausforderung.Oberstes Ziel ist es, ein natürliches Gleichgewicht zu erreichen, in dem kein Organismus eine Populationsgröße entwickeln kann, die wirtschaftlichen Schaden in unakzeptablem Ausmaß verursacht. Unser Schwerpunkt liegt also klar in der Unterstützung natürlicher Gegenspieler.

Wie wir mit den unterschiedlichen, hier relevanten Themen umgehen, soll im Folgenden dargestellt werden. Der Eine oder Andere kann aus den folgenden Darstellung hoffentlich Nutzen ziehen.

Blumentöpfe gegen BlattläuseDer Befall aller unserer Obstbäume (auch das Beerenobst macht keine Ausnahme) mit Blattläuse im Obstbau hat uns in den letzten Jahren immer wieder zu schaffen gemacht. Da wir es bevorzugen, Bestände von Schaden verursachenden Organismen nur auf ein wirtschaftlich tragbares Maß zu reduzieren, suchen wir stets nach Möglichkeiten, natürliche Regualtionsmechanismen aufzubauen bzw. zu unterstützen. Im Zusammenhang mit den Blattläusen besteht diese Möglichkeit im Aufhängen von umgekehrten Blumentöpfen, die mit Heu gefüllt sind. Wichtig ist es dabei das Heu so zu befestigen, dass Vögel es nicht im Handumdrehen herausgezogen haben, um an die leckeren Tierchen zu gelangen.

Meisenkasten im Obstgarten FünfeichenIm Herbst des Jahres 2016 haben wir mit dem Anbringen von Nistkästen für Meisen begonnen. Eine Reihe von Käfern und Schmetterlingen haben, so sie in ungesund großer Zahl erscheinen, keinen guten Einfluss auf das Fortkommen eines Obstbaubetriebs. Neben Apfelwickler, Frostspanner und Grünrüssler gehört auch der Maikäfer in diese Gruppe. Derzeit hängen im Obstgarten 5 der abgebildeten Meisenkästen, im Obstgarten Bauhof hängen 2. Die Anzahl der Kästen soll auf 4 Kästen pro ha, d.h. 28 Kästen ausgebaut werden. Wir hoffen und erwarten, dass wir damit eine nachhaltige Reduktion der Bestandsdichten der wichtigsten bei uns im Übermaß auftretenden Insekten erreichen können. Wir werden berichten...

Ein Bild der Harmonie, das uns inzwischen öfter begegnet als uns lieb sein kann.

Der Grünrüssler gehört inzwischen an der Birne zu unserem problematischsten Gästen. Sobald sich im Frühjahr die ersten Blätter entfalten und die Temperaturen etwas ansteigen ist der Grünrüssler im Obstgarten insbesondere an der Birne zu finden. Seit über 3 Jahren können wir von einer Besucherzahl reden, die ausreicht, um deutliche Schäden an der Blattmasse hervorzurufen.

Blattläuse an einem ApfelbaumEin Problem das eigentlich in jedem Jahr eine größere oder kleinere Rolle spielt ist die Blattlausproblematik an einer Reihe von Pflanzen. Ob Äpfel, Birnen, Kirsche, Brombeeren oder was auch immer - nur wenige bleiben von dieser Plage verschont. Neben der Schädigung der Blätter und der damit verbundenen Schwächung des Baumes, zeitigt der Blattlausbefall bei Apfelbäumen noch zwei weitere unschöne Begleiterscheinung. Die Läuse befallen auch die jungen Früchte, die stark geschädigt werden und kaum mehr zu gebrauchen sind. Darüber hinaus führt der Befall zu Deformationen der befallenen, jungen Triebe.

Maikäfer im ApfelbaumDer Maikäfer wird gelegentlich als bedrohte Spezies betrachtet. Jedem, der das noch glaubt, lade ich herzlich auf unsere Streuobstwiesen ein. Hier gab es in den Jahren 2016 und 2017 massenhaftes Auftreten mit zum Teil recht unerfreulichen Konsequenzen für die Bäume und neu gebildeten Früchte.

Der Maikäfer frisst mit großem Appetit bei uns besonders an Apfelbäumen. An der Birne haben wir ihn seltener angetroffen. Neben dem großen Appetit auf die Blätter schmecken ihm aber leider auch die gerade gebildeten, kleinen Äpfel sehr gut.