In den Medien werden unkommentiert Interviews ausgestrahlt, die behaupten, dass die biologische Landwirtschaft aufgrund von Auflagen (in Zusammenhang mit der Födermittelbeantragung) bezüglich später Mähtermine eine erhebliche Schuld an der rasanten Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes für sich beanspruchen dürften.

Was eigentlich jeder Interessierte wissen kann: der Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche, die auch noch als Grünland bewirtschaftet wird, ist leider sehr gering - unter anderem auch im Vergleich zur Fläche von Waldrändern, Brachen und Straßen- und Wegrändern.

Was nur wenigen Interessierten bekannt sein dürfte: es gibt solche Auflagen für einen so späten Mahdzeitpunkt nicht. Es gibt ein Förderprogramm, das einen späten Mahdtermin von Anfang - Mitte Juli fordert. Abgesehen von der geringen Flächengröße, die durch dieses Förderprogramm gefördert werden, ist ein Mahd Mitte Juli für die Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts völlig ausreichend. Es muss jedoch mehrfach gemäht werden, denn die Pflanze ist sehr hartnäckig. Gerade heute bin ich wieder über meine Flächen gezogen und habe die Pflanzen erneut rausgezogen.

Im Übrigen sollte man wie bei allen medialen Hysterien seinen Verstand gebrauchen. Das Jakobskreuzkraut ist eine in Mitteleuropa heimische Art. Sie wurde, laut Wikipedia, nicht nach Europa eingeschleppt. Also war das Problem schon immer da. Warum hat man aber in der Vergangenheit nie von Problemen gehört? Ich kann diese Frage nicht beantworten - aber gestellt sollte sie werden. Warum ist dieses Thema plötzlich ein so zentrales?